Sonntag, 25. Januar 2015

Am nächsten Tag haben wir uns gegen 9 Uhr beim Frühstück getroffen. Sie sah etwas müde aus. Kopfweh hat sie geplagt. Wir haben gestern doch etwas zu viel und zu durcheinander getrunken. Sie hatte leider keine Tablette dabei. Wir haben entscheiden gleich nachdem Frühstück rauszugehen und direkt eine Apotheke anzusteuern. Die Läden haben am letzten Tag des Jahres nicht lange offen, deshalb wollten wir uns etwas beeilen. Das Frühstück verlief problemlos, alles war frisch und gut zubereitet. Sie fand sich sehr gut zu recht. Anschließend haben wir und gegen 10:30 beim Eingang verabredet um ins Zentrum zu fahren. Wir sind Richtung Alexanderplatz gefahren. Dort findet man immer irgendwelche Einkaufsmöglichkeiten. Im Einkaufszentrum haben wir einen Rast gemacht um Cappuccino getrunken. Sobald ihr Kopfweh besser wurde, haben wir einen Plan gemacht, was wir uns alles anschauen wollen. Sie wollte unbedingt Bundestag und Belvedere sehen. Sie schien politisch recht interessiert zu sein. Da ich dem Thema auch nicht abgeneigt bin, haben wir eine neue Basis für Unterhaltung gefunden.

Ich habe schon vergessen, aber in Polen ist das Thema Politik immer ein wichtiges und vor allem präsentes Thema. Es gibt selten Menschen in Polen, die der Politik gegenüber neutral stehen. Man mag nur kaum glauben, aber in diesem Thema werden Polen und Polinnen sehr schnell emotional auf ihrem Höhepunkt.
Für alle Männer, die das hier lesen - NIE sagen, dass der Fall der Berliner Mauer das Kommunismus beendet hat! Damit macht man sich keine Freunde in Polen. Ich weiß, dass man uns das so einprägt hier. Aber wenn man ein wenig nachliest, dann erfährt man sehr schnell, dass der Anfang einige Monate (Frühling 1989) davor in Polen stattgefunden hat. Polen war schon einige Monate davor frei, bevor im Berlin die Mauer gefallen ist. Das sind wir wieder bei aktuellen politischen Thema der Pressefreiheit :) aber damit ENDE des Politik- und Geschichtsunterricht.

Sie erzählte etwas von den Zeiten als es in Polen noch Kommunismus herrschte. Ich mag diese Geschichte. Es fällt mir immer so schwer zu glauben, dass nicht weit von uns vor nicht so lange Zeit, Menschenrechte so unterdruckt werden konnten. Manche langweilt das Thema - ich finde es total spannend. Mir gefiel, dass sie so gut deutsch konnte - es machte einfach Spaß sich mit ihr zu unterhalten. Sie erzählte immer mehr von ihrem Leben und von ihrer Familie. Ich denke, es fällt ihr nicht einfach sich mit dem Thema auseinander zu setzen eventuell ins Ausland zu gehen. Sie steht ihrer Familie sehr nah. Aber sie weiß auch, dass wenn Sie hier arbeiten könnte, hätte sie mehrere Möglichkeiten vor allem ihre Eltern finanziell zu unterstützen. Die Medikamente für ihren Vater sind nur sehr teuer und die Krankenkasse zahlt nur sehr wenig davon.

Nachdem wir uns Belvedere und Bundestag angeschaut haben -  kam Zeit zum Mittagessen. Sie hat mich diesmal eingeladen. Wir sind zum Chinesen gegangen. Fand ich sehr nett von ihr.

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